Digitale Souveränität

Wessen Recht gilt für Ihre Daten?

Jede Nachricht, jede Aufgabe, jedes Dokument Ihres Teams liegt auf Servern, für die ein bestimmtes Recht gilt. Diese Seite erklärt digitale Souveränität als Konzept, das Spannungsfeld zwischen CLOUD Act und DSGVO — und wie Sie jeden Anbieter daran messen, uns eingeschlossen.
Spannungsfeld
CLOUD Act · DSGVO
Bereitstellung
Cloud · VPC · Self-Host
Übertragung
TLS 1.3
Tiefe
Sicherheitsseite

Stand: August 2026

Was & warum jetzt

Souveränität heißt: Ihre Daten unterliegen Ihrem Recht.

US CLOUD Act · 2018

Digitale Souveränität ist die Fähigkeit eines Staates, einer Organisation — oder eines Teams —, selbst über die eigene digitale Infrastruktur und die eigenen Daten zu bestimmen. In Europa ist sie längst Politikziel: Verwaltungen, Mittelstand und regulierte Branchen fragen zunehmend, wer ihre Werkzeuge kontrolliert.

Der Kern des Problems: Die meisten Kollaborationssuiten sind in US-Besitz. Der US CLOUD Act (2018) verpflichtet US-Anbieter, Daten unter ihrer Kontrolle herauszugeben — unabhängig davon, wo sie physisch liegen. Ein Frankfurter Rechenzentrum ändert die Latenz, nicht die Jurisdiktion.

Damit stehen diese Dienste in einem strukturellen Spannungsverhältnis zur DSGVO, die Übermittlungen in Drittländer nur über definierte Mechanismen erlaubt. Europäische Datenschutzbehörden haben transatlantische Transfers wiederholt als Risiko markiert, und die EU hat Arbeiten an einem vorgeschlagenen Cloud and AI Development Act angekündigt, der die Jurisdiktion des Anbieters bei sensiblen Workloads berücksichtigen würde.

Die dauerhafte Antwort ist Architektur statt Vertragsklauseln: Software, die Sie dort betreiben können, wo Ihr Recht gilt — bis hin zu Servern, die Ihnen gehören. Genau darauf ist Polybase gebaut: der souveräne Team-Workspace.

US · 2018

CLOUD Act

Verpflichtet US-Anbieter zur Herausgabe von Daten unter ihrer Kontrolle — unabhängig vom physischen Speicherort.

EU · Kapitel V

DSGVO-Übermittlungen

Personenbezogene Daten dürfen die EU nur über definierte Mechanismen verlassen — Angemessenheitsbeschluss, Standardvertragsklauseln, verbindliche interne Vorschriften.

EU · Vorgeschlagen

Cloud & AI Development Act

Die EU hat Arbeiten an Cloud-Regeln angekündigt, die die Anbieter-Jurisdiktion bei sensiblen Workloads gewichten würden. Vorgeschlagen, nicht in Kraft.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Das Bereitstellungsspektrum

Von Komfort zu voller Kontrolle.

Souveränität ist kein Schalter, sondern ein Spektrum: Wer betreibt die Software, wer hält die Schlüssel, wessen Recht reicht bis zu den Daten? Polybase läuft an jedem Punkt davon.

01 · EU-Cloud

EU-Cloud, von uns betrieben

Wir betreiben Polybase in EU-Regionen. Ihre Daten bleiben in der EU; Festplatten sind anbieterseitig verschlüsselt.

Schlüssel: von Polybase verwaltet
02 · Private Cloud

Ihre eigene VPC

Unsere Docker-Images laufen in Ihrem Cloud-Konto und Ihrer Region. Netzwerk, Speicher und Zugriff kontrollieren Sie — nur Ihr Team erreicht die Daten.

Schlüssel: Ihr Cloud-KMS
03 · Self-Hosting

Ihre Server

Docker Compose auf Infrastruktur, die Ihnen gehört — online, single-tenant, unter Ihrer Jurisdiktion. Daten und Schlüssel halten Sie.

Schlüssel: bei Ihnen
04 · Air-Gap

Vollständig offline

Läuft vollständig offline in isolierten Netzen — keine Telemetrie, keine ausgehenden Verbindungen; Videoanrufe nutzen einen selbst gehosteten LiveKit-Server im selben Netz.

Schlüssel: ausschließlich bei Ihnen
Wer hält was, Modell für Modell? Die vollständige Tabelle steht auf unserer Sicherheitsseite
Anbieter bewerten

Sieben Fragen an jeden Anbieter.

Wenden Sie diese Liste auch auf uns an. Ein Anbieter, der Souveränität ernst nimmt, beantwortet jede Frage schriftlich.

  1. Welcher Jurisdiktion unterliegt der Anbieter?

    Die Eigentümerstruktur entscheidet, welche Behörden Herausgabe erzwingen können — der CLOUD Act erreicht US-Anbieter unabhängig vom Speicherort.

  2. Wo liegen die Daten physisch — und können Sie es wählen?

    Die Regionswahl hilft bei Residenz und Latenz, ändert aber nichts an der rechtlichen Erreichbarkeit des Anbieters.

  3. Können Sie die Software auf eigener Infrastruktur betreiben?

    Self-Hosting ist das einzige Modell, in dem kein Dritter gezwungen werden kann — weil kein Dritter Ihre Daten hält.

  4. Wer hält die Verschlüsselungsschlüssel in welchem Modell?

    Hält der Anbieter die Schlüssel, kann er zu deren Nutzung verpflichtet werden. Der Schlüsselbesitz muss mit dem Modell zu Ihnen wandern.

  5. Läuft die Software ohne Internetverbindung?

    Air-Gap-Fähigkeit ist der stärkste Beweis, dass das Produkt keine versteckte Abhängigkeit von der Anbieter-Cloud hat.

  6. Bekommen Sie Ihre Daten vollständig und in offenen Formaten heraus?

    Souveränität schließt den Ausstieg ein: portable Backups und Standardformate statt proprietärer Archive.

  7. Was passiert mit Ihrem Workspace, wenn es den Anbieter nicht mehr gibt?

    Software, die Sie selbst betreiben, läuft weiter. Ein reines SaaS-Abo endet mit dem Unternehmen dahinter.

Unsere eigenen Antworten: EU-Cloud, Ihre VPC oder Self-Hosting/Air-Gap; Schlüssel wandern mit dem Modell; portable, SQLite-basierte Datenbank-Backups. Details auf der Sicherheitsseite.

Ehrliche Grenzen

Was Souveränität nicht löst

Eigene Infrastruktur verlagert rechtliche und operative Kontrolle zu Ihnen — sie lässt Probleme nicht verschwinden. Das offen zu sagen, gehört dazu:

  • Souveränität ist keine Sicherheit. Ein selbst gehosteter Server mit schwachen Passwörtern ist schlechter als eine gut betriebene Cloud. Härtung, Updates und Zugriffskontrolle bleiben beim Self-Hosting Ihre Aufgabe.
  • Sie ist keine automatische Compliance. Eigene Server beantworten die Standortfrage, aber DSGVO-Pflichten — Rechtsgrundlagen, Verzeichnisse, Betroffenenrechte — bleiben bei Ihnen, egal wo die Software läuft. Polybase ist nach DSGVO-Prinzipien konzipiert; konform sein müssen Sie selbst.
  • Sie ist kein Zertifikat. Polybase ist noch nicht SOC-2- oder ISO-27001-zertifiziert — beides steht auf unserer Roadmap. Sicherheitsfragebögen und Architekturfragen beantworten wir heute.
  • Air-Gap hat reale Kosten. Vollständig offline heißt: Updates und Backups verwalten Sie selbst, und Videoanrufe brauchen einen selbst gehosteten LiveKit-Server in Ihrem Netz.
FAQ

Häufige Fragen

Was bedeutet digitale Souveränität?

Digitale Souveränität ist die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur und die eigenen Daten zu entscheiden — ohne Abhängigkeit von Anbietern, die fremdem Recht unterliegen. Für einen Team-Workspace heißt das: Sie bestimmen, wo Nachrichten, Aufgaben und Dokumente liegen und wer sie erreichen kann.

Schützt ein EU-Rechenzentrum vor dem US CLOUD Act?

Nein. Der CLOUD Act gilt für US-Anbieter unabhängig vom Speicherort der Daten. Eine EU-Region eines US-Unternehmens bleibt für US-Behörden erreichbar — die Jurisdiktion folgt dem Anbieter, nicht dem Rechenzentrum.

Was ist der Unterschied zwischen Datenresidenz und Datensouveränität?

Residenz beschreibt, wo Daten physisch liegen; Souveränität, wessen Recht und wessen Entscheidungen für sie gelten. Die Frankfurter Region eines US-Anbieters liefert Residenz ohne Souveränität. Self-Hosting auf eigener Infrastruktur liefert beides.

Wie unterstützt Polybase digitale Souveränität?

Polybase läuft in unserer EU-Cloud, in Ihrer eigenen VPC oder vollständig selbst gehostet — bis hin zu Air-Gap-Netzen: Es läuft vollständig offline; Videoanrufe nutzen einen selbst gehosteten LiveKit-Server. Auf Ihrer Infrastruktur halten Sie Daten und Verschlüsselungsschlüssel — es gibt nichts, das ein Dritter herausgeben könnte.

Nächste Schritte

Bereit, Ihren Workspace selbst zu besitzen?

Lesen Sie die technische Tiefe hinter dieser Seite, sehen Sie Polybase live — oder werden Sie Partner und betreiben es für Ihre Kunden.